Sardinien 2007

Im September 2007 waren wir für 10 Tage auf Sardinien. Da wir nicht die typischen Strandtouristen sind, sondern lieber so viel wie möglich sehen wollen, sind wir einmal um die Insel gefahren. Auf die Insel sind wir mit dem Flieger gekommen, da uns dies im Vergleich zur Fähre billiger und zeitsparender erschien. Am Flughafen wartete schon unser Mietauto. Der kleine Italiener hatte reichlich Kratzer und Beulen, was auf den italienischen Fahrstil hinwieß. Unser erstes Hotel in Olbia war dessen 4 Sterne nicht wert. Trotz des sauberen Bades bröckelte der Putz von der Decke und das Bett war wie ein Trampolin. Zum Glück mussten wir dort nur eine Nacht überstehen. Cala di Luna
Unsere Reise führte von Olbia in Richtung Süden, immer an der Küste entlang. Es lohnt sich ab und zu von der Schnellstraße abzubiegen und sich die Füße im türkisblauen Wasser zu kühlen. Auch ein Abstecher zur Burg in Posada lohnt sich. Der Blick über den Ort, in die Ferne ist fantastisch. Panoramablick über Posada
Cala Gonone Unser nächstes Hotel befand sich direkt im Hafen von Cala Gonone, einem kleinen beschaulichen Ort direkt an der Küste. Es gibt nur zwei Wege dorthin über eine Bergkette mit super Ausblick aufs Meer und der schnelleren Variante, durch einen Tunnel. Es waren nur wenige Schritte bis zum nächsten Boot, dass uns zur "Grotta del Bue Marino" brachte. Die Grotte brachte uns ausser einer Abkühlung in der sardischen Hitze nichts, aber die Fahrt dort hin und der Blick auf die Felsen waren den Ausflug wert.
Punkt 22 Uhr ging neben unserem Hotel eine Party los, dauerte bis 2 Uhr an und raubte uns den Schlaf. Das ausgiebige Frühstück auf der von Morgenlicht gefluteten Terrasse mit Blick aufs Meer entlohnte jedoch dafür.
Unser Ziel für den Tag war Arbatax. Sehr zu empfehlen ist die Hochstraße SS125. Als Beifahrer hat man einen fantastischen Blick ins Tal und genug Motive zum fotografieren. Alle paar Kilometer gibt es Haltebuchten um die Speicherkarten der DigiCam zu füllen. Der weite Blick übers Land, ohne Lärm und Alltagsstress - Sardinien.
Unser luxuriöses Hotel lag direkt an einer schwach befahrenen Hauptstraße, etwas weiter vom Zentrum entfernt. Im Hotel arbeitete eine Deutsche die uns von den Aussichtspunkten erzählte. Der erste hieß "BellaVista". So machten wir uns auf den Weg dorthin, durch die gnadenlos scheinende Sonne, über staubige leere Strassen, nur mit Müll belegt, einen steilen Berg hinauf. Trotz der ungenauen Karte fanden wir nach etwas Suchen den richtigen Weg, bis wir vor einem Schild zum Stehen kamen: "Militärgebiet" konnten wir mit unseren Italienischkenntnissen entschlüsseln und kehrten vorm Ziel um. Später erfuhren wir, dass wir einfach weitergehen hätten können.
Das zweite Ziel waren die berühmten roten Felsen von Arbatax. Die Nähe zum Industriehafen und der rießige Touristenparkplatz waren eher enttäuschend. Den Sandstrand besuchten wir aus Erschöpfung dann doch nicht und joggten nur noch ein wenig im Hotelzimmer (war wirklich so groß!). Rote Felsen von Arbatax
Costa Rei Am darauffolgenden Tag führte uns eine Schnellstraße innerhalb einer Stunde nach Costa Rei. Unser Zimmer war noch nicht einmal frei, sodaß wir erst zum 100 Meter entfernten Strand gingen und kurz vor 13 Uhr in den Supermarkt (Mittags geschlossen) gingen um etwas Essen zu holen. Für den Nachmittag hatten wir kurzerhand einen Schnupperkurs im Tauchen gebucht. Nach einer theoretischen Einführung ging es ab ins Meer. Wir hatten bereits in der Heimat einen Schnupperkurs gemacht, so fiel uns das Salzwasser und der Wellengang nicht so schwer. Das Wasser war sehr klar, sodass man weit sehen konnte. Hin und wieder schwamm ein Fisch (sogar Rochen) vorbei und schaute uns bei unseren Grundübungen unter Wasser zu. Im Nachhinein waren wir froh dass es dort keine Korallen sondern nur Sandboden gab, so konnten wir nicht so viel Schaden anrichten.
Das Ziel für den darauffolgenden Tag war Cagliari. Nach einer Stunde Fahrt kamen wir im dichten Getümmel der Stadt an. Doch wo sollten wir parken? In einem Reiseführer stand, dass man am Besten im Hafen parke. Nach einigen Runden durch die Stadt, überfüllten Straßen und 45 Minuten später fand sich doch noch ein freies (kostenpflichtiges) Plätzchen. Der erste Anlaufspunkt in Cagliari sollte die Burg sein, angefangen bei der Bastione San Remy bis zum Museum ganz oben. Die Kamera zückten wir aufgrund einiger Baumaßnahmen jedoch nicht. Bastione San Remy / Porta dei Leoni
karge Landschaft nahe Su Nuraxi Wenn man auf Sardinien ist, sollte man unbedingt eine der vielen Nuraghen besuchen, für welche Sardinien bekannt ist. Diese sind über die gesamte Insel verstreut und obwohl sie v.Chr. erbaut wurden, sind viele auch heute noch gut erhalten. So wie die unter Weltkulturerbe gestellte Nuraghenfestung "Su Nuraxi": Nach Entrichtung des üblichen Obulus (Eintritt) wurde unsere Gruppe von 11 Personen über das Gelände geführt. Nach einiger Zeit bemerkte die Touristenführerin sogar, dass 9 von 11 der anwesenden Personen kein Italienisch sprechen und wechselte ins Englische.
Am späten Nachmittag fuhren wir dann weiter in Richtung Sardara zu unserem Hotel nahe des Ortes. Sardara ist ein Ort mit nur wenigen Sehenswürdigkeiten und das von uns gefundene Restaurant war geschlossen. Zum Glück gab es mal wieder einen Supermarkt in welchem wir unser Abendessen kauften.

Am nächsten Morgen bemerkten wir ungewollten Besuch. Wir vergaßen die Koffer zu verschließen und schon hatten sich Ameisen darin breit gemacht! Alle geöffneten Vorräte waren futsch.
Wachturm bei Tharros Schon saßen wir wieder im Auto auf dem Weg nach Oristano. Nicht weit davon liegt die phönizisch-römische Hafenstadt Tharros. Das Gebiet ist sehr weitläufig und es empfiehlt sich auf dem staubigen und kilometerlangen Parkplatz bis ans Ende zu fahren. Das Wahrzeichen von Tharros sind zwei hohe weiße Säulen die erst im 20. Jh. rekonstruiert wurden. Nur das Kapitell einer der Säulen ist noch echt antik.
Vom nicht weit entfernten Wachturm bietet sich ein guter überblick über die gesamte Halbinsel. Dort konnten wir uns im weit und breit einzigen Schatten von der brennenden Hitze erholen. Der Sandstrand am Fuße des Wachturms und das erfrischende Meer half uns dabei die zwei Stunden Parkzeit voll zu bekommen.
Im Anschluss machten wir uns auf den Weg nach Bosa, einem kleinen Städtchen mit pastellfarbenen Häusern und der über alles trohnenden Burg.
Sobald die Sonne den Horizont küsst (etwa 20 Uhr) kommen die Leute aus ihren Häusern und das blühende Leben beginnt. Der Corso Vittorio Emanuele ist dann einen Besuch wert und danach kann man den Abend in einer der vielen Restaurants ausklingen lassen.
Stadtzentrum von Bosa
Der nächste Tag - eines unserer großen Ziele für heute war Sassari. Unterwegs dorthin klapperten wir viele kleine Kirchen ab und fuhren durch vereinzelte kleine Orte. Die Straße schlängelte sich über Berghänge durch eine schier menschenlehre Gegend. Wir schienen die einzigen Menschen weit und breit zu sein. Endlich näherten wir uns einem kleinen Dorf: Was war das? Da standen zwei mit MP und Pistole bewaffnete Herren - Polizeikontrolle. Langsam rollten wir mit den erlaubten 30 km/h auf die beiden zu. Zack und die Kelle war oben - Mist. Hoffentlich reicht unser italienisch aus, hoffentlich reicht der Papierfetzen von der Autovermietung aus, um nachzuweißen das der Wagen nicht "ausgeliehen ist". Aber alles war in Ordnung und die beiden waren sehr nett. Wir sagten wir können nur Deutsch, Englisch und Französisch und die beiden meinten "Italienisch ist Die Sprache". Unsere Namen wurden nur in eine Liste eingetragen und es ging weiter.
Weg zur Grotta di Nettuno Eine faszinierende Höhle ist die Grotta di Nettuno. Es gibt mehrere Wege dorthin.
Die Variante für Faule: vom Parkplatz per Boot.
Die Variante für Sportliche: Tauchend um die Insel herum
und die schweißtreibende Variante: Zu Fuß die 656 Treppenstufen der Steilwand herunter (keine Angst, ist alles ordentlich abgesichert).
Wer sich erst am Nachmittag auf den Weg macht muss aber damit rechnen, dass der Fels kräftig von der Sonne beschienen wird.
Wir finden, dass diese Grotte eine der schönsten auf Sardinien ist. Und ganz wichtig: Etwas zu trinken mitnehmen!
An diesem Morgen befanden sich dunkle Wolken am Himmel. Wir fuhren von Alghero in Richtung Norden. Kurz vor Stintino regnete es, sodaß wir sogar den Scheibenwischer betätigen mussten. Doch nach einer halben Minute schien schon wieder die Sonne, so wie immer. Da die Parkplätze am "Capo del Falcone" an den schönen Stellen gebührenpflichtig waren, drehten wir nur eine Runde und machten die Fotos aus dem Auto heraus.
Die Industriezone von Porto Thorres war von weitem sichtbar, sodaß wir die Stadt umfuhren. Nach dem Ort stoppten wir in einer Palmenallee mit Blick auf das Meer.
Capo del Falcone
Castel Sardo Der nächste Höhepunkt war Castelsardo. Im Mittelpunkt dieser Kleinstadt steht die gleichnamige Burg, die es lohnt zu besuchen. Die Parkplatzsuche gestaltete sich wie immer schwierig- einmal komplett nach oben fahren und wieder herunter. Dann das eigene Vehikel irgendwo an den Straßenrand schmeißen und nochmal reichlich Treppen hochlaufen. Oben geht man durch kleine schattige Gassen und setzt sich in einem Restaurant zu sardischer Kost. Für die Kleinen gibt es natürlich auch Schnitzel mit Pommes.
Unweit von Castelsardo steht der Roccia dell'Elefante. Und zwar nicht übersehbar, direkt an der Straße. Der Trachytfelsen hat durch Erosion die Form eines Elefanten angenommen.
Als nächsten Ort steuerten wir Tempio Pausania an. Für diese kurze Strecke über die engen Gebirgstraßen verbrauchten wir reichlich Zeit. Endlich im Hotel angekommen, ringsum Berge, kühlten wir uns im hoteleigenen Pool ab.
Roccia dell'Elefante
Am heutigen Tag bezogen wir das letztes Hotel unserer Sardinien-Rundreise. In einem kleine verschlafenen Ort namens San Pantaleo befand sich das beste Hotel der gesamten Reise. Nur wenige Kilometer vom Meer entfernt, aber noch nicht von Touristen überlaufen. Auf keinen Fall sollte man sich "Capo d'Orso" entgehen lassen.

Capo d'Orso
Nicht weit von Palau erhebt sich dieser kleine Berg mit seinen gewaltigen Granitformatonen. Wind und Wetter formten die Felsen zu spektakulären Figuren. Mit etwas Fantasie erinnert ein Fels an einen Bären, welcher Pate für den Namen stand. Wer seiner Kamera etwas gutes tun möchte, lichtet nicht nur die Felsen sondern auch den Fernblick in die Umgebung ab.
Porto Cervo Am letzten Tag (einem Sonntag) stand Porto Cervo auf unserem Plan. Die Stadt war wie leergefegt und so fiel es uns leichter ein Motiv ohne Touristen zu erhaschen. Im Hafen bewunderten wir noch kurz die Luxusyachten und fuhren weiter in Richtung Olbia, wo unser Flieger wartete.
Damit endete unsere Reise quer über und um Sardinien. Wir haben durch unsere selbst zusammengestellte Route viele Facetten der sardischen Landschaft erlebt. Bei der Qualität der Hotels und der von uns gesteckten Grenze von 50 Euro p.P. bekammen wir ebenfalls die gesamte Bandbreite zu sehen. Die Sarden waren immer sehr nett und so bleibt uns dieser Urlaub immer in schöner Erinnerung.